Carolin Caprano

Tierheilpraktikerin - Autorin - Illustratorin

Was ist Kinesiologisches Taping für Pferde?

Das sog. Kinesiologische Tape wurde durch den japanischen Konzern Nitto Denko, in Zusammenarbeit mit dem  japanischen Chiropraktiker Dr. Kenzo Kase, entwickelt.

Vielen ist es wahrscheinlich schon mal im Leistungssport begegnet:

Die blauen, pinken und schwarzen Tapestreifen zieren schon seit langem so manchen Fußballer, Leichtathleten, Tennisspieler oder Handballer.

Was bei den Sportlern begann, zog dann auch in viele physiotherapeutische Praxen ein, um damit dem Patienten eine wirkungsvolle Therapiemethode anzubieten.

Anwendungsbereiche sind dabei vor allem Bewegungs-einschränkungen, Schmerzen, funktionelle Dysfunktionen, Verletzungen, Muskelverspannungen, degenerativen Gelenkerkrankungen und Lymphproblematiken. Außer in der Physiotherapie hat sich das Kinesiologische Tapen auch in der Orthopädie, Neurologie, Lymphologie, Gynäkologie und vielen anderen Bereichen als (Begleit-) Therapie bewährt.

Funktioniert das auch am Pferd?  

Mittlerweile können auch Pferde von der Wirkung des bunten Tapes profitieren.

Auf relativ kurzem und glattem Fell haftet das K-Active-Tape genauso wie auf Haut. Die Wirkung des Tapes geht in erster Linie über die Haut, die Muskulatur, sowie die neuronalen und energetischen Systeme. Das Ziel ist es, dabei körpereigene Heilungs-prozesse zu unterstützen. Dass dabei Fell dazwischen liegt, stellt kein Problem dar.

Das Tape hebt die Haare sanft an und damit auch die darunterliegende Haut.

Beim Material des K-Active-Tapes (vom deutschen TÜV überwacht und ISO zertifiziert, wodurch eine gleichbleibend hohe Qualität von Material und Fertigung bei garantierter Schadstofffreiheit des Tapes gewährleistet wird) handelt es sich um ein hochwertiges Baumwollgewebe. Dieses ist mit einem speziellen Acrylkleber sinusförmig beschichtet.

In Dicke, Dehnfähigkeit und Gewicht ist das Tape der Haut sehr ähnlich und haftet, wie gesagt,  auch auf dem dichten Pferdefell sehr gut.

Ein entscheidender Vorteil, den das kinesiologische Tape gegenüber dem herkömmlichen klassischen Sporttape hat, ist der Erhalt der vollen Beweglichkeit („Full range of motion“) und eine Verbesserung der Funktion der Kapillaren. Im Vergleich dazu wird bei den bis dahin bekannten Tape-Techniken oder dem Bandagieren oft eine funktionelle Immobilisation von Gelenken oder Muskeln erwirkt, was gleichzeitig auch Probleme im Bereich der Kapillaren bedeutet.

Eine ganzheitliche Betrachtung des Pferdekörpers mit seinen vielfältigen Vernetzungen über Strukturen wie die Haut, den Faszien, der Muskulatur und den Meridianen stellt die Grundlage des K-Active-Tapings dar. Grundvoraussetzung sind dabei natürlich anatomische Kenntnisse und ein entsprechender Sicht- und Funktionsbefund. Dies findet immer in Verbindung mit der Überprüfung von Haut- und Faszienverschiebungen statt, um Dysfunktionen am Pferdekörper vollständig zu erfassen.

Da der Körper durch Faszien sowohl verbunden als auch getrennt wird, spielen diese dabei eine besondere Rolle. Das Fasziennetzwerk erstreckt sich dabei über den gesamten Körper, auch innerhalb der Muskeln. Kommt es zu Verletzungen, Entzündungen oder anderen Irritationen verliert die Faszie ihre Elastizität und bildet ein sogenanntes Granulationsgewebe. Dadurch kann es zu Steifheit und Verklebung kommen.

Die Technik 

Wird ein Tape angelegt, so unterscheidet man zunächst in Muskel-, Ligament-, Faszien-, Korrektur-, Lymph- und funktionelle Technik.

Je nach Symptomatik und der entsprechenden Wirkung, die wir erzielen wollen, wird eine dieser Techniken gewählt oder es werden mehrere miteinander kombiniert.

Im Folgenden sollen einige der positiven Effektive aufgezählt werden, die durch die verschiedenen Techniken erzielt werden können:

  • Normotonisierung eines Muskels
  • Verbesserung der Mikrozirkulation
  • Zusätzliches Pumpsystem
  • Erhöhung der Lymphmenge
  • Positiver Einfluss auf Narben und Fibrosen
  • Aktivierung von spinalen und supraspinalen analgetischen Systemen
  • Propriozeptive Stimulierung
  • Passive Unterstützung
  • Schmerzdämpfung

Als Therapeut hat man zudem die Möglichkeit kinesiologisch auszutesten, welche Farbe der Patient am ehesten benötigt, um so die Anlage und den Heilungsverlauf noch zu optimieren. Dies findet sich entsprechend auch im Namen der Therapie und der dazu passenden Produkte wieder.

Bei der Anlage des Tapes am Pferd haben wir eine zu erwartende Anlagedauer von durchschnittlich 1 - 7 Tagen.